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Pilzinfektion (Vaginaler Soor, Vaginale Mykose) Die Infektion mit Hefepilzen gehört zu den häufigsten Entzündungen der Scheide, die sich durch spezifische Beschwerden bemerkbar macht. Dazu gehören ein häufig sehr starker Juckreiz, weißlich-bröckeliger Ausfluß, Rötung und u.U. ein Brennen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr. Entgegen der Befürchtung vieler betroffener Frauen ist die Erkrankung in den allermeisten Fällen keine Folge mangelnder Hygiene, sondern häufig verursacht durch eine Störung des natürlichen Scheidenmilieus durch Imtimsprays oder ähnliches. Zudem begünstigt das Tragen von enger, luftundurchlässiger Kleidung, ein geschwächtes Immunsystem oder die Einnahme von Antiobiotika das Auftreten einer Infektion. Die Behandlung ist in der Regel problemlos und erfolgt mit Scheidenzäpfchen oder -cremes, bei wiederkehrenden Infektionen auch durch eine längerdauernde Tabletteneinnahme.
Genitalwarzen (Feigwarzen, Kondylome, Condyloma accuminata) Feigwarzen zählen zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, die durch eine Infektion mit humanen Papilloma Viren (HPV) hervorgerufen werden. Sie imponieren als kleine, stecknadelkopfgroße, gutartige Gewebswucherungen, die einzeln oder zu mehreren an den Geschlechtsorganen, am After, in der Harnröhre oder am Gebärmutterhals auftreten und blumenkohlartige Formationen annehmen können. Häufig verlaufen HPV-Infektionen ohne spezifische Beschwerden, so dass sie erst verspätet erkannt werden. Die klinische Diagnosestellung durch den Arzt erfolgt zumeist anhand des typischen Erscheinungsbildes. Feigwarzen sollten in jedem Fall umgehend von einem Arzt behandelt werden, da sie dazu neigen, sich schnell auszubreiten und im Laufe der Zeit immer wieder auszubrechen.
Herpes genitalis
Neben der allgemein bekannten Herpesinfektion der Lippe gibt es auch eine Infektion mit Bläschenbildung im Genitalbereich, die bei Frauen vor allem im Bereich der kleinen Schamlippen auftritt. Verursacht wird diese Infektion durch das Herpes Simplex Virus Typ 2, im Gegensatz zum Lippenherpes, der durch das Herpes Simplex Virus Typ 1 hervorgerufen wird. Eine Ansteckung erfolgt fast ausschließlich durch engen körperlichen oder sexuellen Kontakt, an den sich dann nach 4-21 Tagen eine Bläschenbildung mit Juckreiz und zum Teil starken Schmerzen anschließt. Die Behandlung einer Herpes genitalis Infektion erfolgt mit virushemmenden Medikamenten, die den Krankheitsverlauf verkürzen und die Beschwerden mindern, das Virus aber nicht vernichten können. Nach einer durchgemachten Infektion kann es immer wieder zu einem erneuten Ausbruch kommen. Wichtig ist jedoch in jedem Fall ein frühzeitiger Beginn der Therapie!
Syphilis (Lues venerea) Die Syphilis gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, die durch ein Bakterium verursacht und durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden. Unbehandelt kommt es zu einer charakteristischen Abfolge von vier Krankheitsstadien, beginnend mit der Bildung eines schmerzlosen Geschwüres an der Stelle, an der die Bakterien in die (Schleim-)haut eingedrungen sind, drei bis vier Wochen nach der Ansteckung. Zudem kommt es zu einem Anschwellen der benachbarten Lymphknoten. Ein sofortiger Behandlungsbeginn mit Penicillin ist unumgänglich, wenn man schwerwiegende Krankheitsfolgen verhindern will!
Tripper (Gonorrhoe) Tripper gehört zu den Geschlechtskrankheiten, die durch ungeschützten Verkehr übertragen werden. Ungefähr die Hälfte aller infizierter Frauen leidet zunächst unter keinen oder nur sehr geringen Beschwerden, so dass eine Infektion häufig nicht wahrgenommen wird. Mögliche Symptome können ein übelriechender Ausfluß aus der Scheide, leichtes Brennen beim Wasserlassen oder eine aufsteigende Entzündung des Unterleibes u. U. mit Fieber sein. Behandelt wird eine Gonorrhoe mit einer antibiotischen Therapie gegen das verursachende Bakterium. Unbehandelt kann es zu schweren Folgeerkrankungen kommen!
Schamläuse (Pediculosis pubis) Die Schamlaus, auch Filzlaus genannt, wird meist beim Geschlechtsverkehr übertragen und befällt dann die Scham- und Achselhaare. Sie ruft einen starken Juckreiz in dieser Region hervor und verursacht an den Bissstellen kleine blaue Flecke (Taches bleues/ Maculae coeruleae). Therapiert wird diese Erkrankung durch lokale Mittel zur Parasitenbekämpfung unter hygienischen Bedingungen.
Lichen Sclerosus Hierbei handelt es sich um eine chronisch, entzündliche Bindegewebserkrankung der Haut und der genitalen Schleimhäute unklarer Herkunft und Entstehung. Häufig sind Frauen in den Wechseljahren betroffen, die dann über schon länger bestehenden Juckreiz und häufiges "Wundsein" berichten. Es treten porzellanartige, weiße Papeln auf, später kommt es zu einer ausgeprägten Schrumpfung (Atrophie) der Haut, wobei häufig mehrere Jahre bis zur Diagnosestellung vergehen. Viele Betroffene leiden zugleich an einer Autoimmunerkrankung.
Trichomonaden Trichomonaden sind Parasiten, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Eine Infektion der Scheide mit Trichomonaden macht sich durch vermehrten grünlich schaumigen Ausfluß sowie brennenden Schmerzen bemerkbar. Die Behandlung beider Partner erfolgt mittels Antibiotika.
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